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Mittwoch, 1. November 2017

Und wieder volle Hütte

Heute vor einer Woche in Weixdorf nahe bei Dresden. Nur noch wenige Minuten bis 20 Uhr. Im Eingangsbereich des Dixiebahnhofs sah es so aus:


Ausverkauft! Was will man mehr?! Den Veranstalter freute es, uns freute es, und die Zuschauer waren auch happy und zufrieden. 

Ich würde sagen, auch in bzw. bei Dresden war unsere Multimediaschau wieder ein voller Erfolg, eben weil auch dort die Hütte wieder voll war. Es hat so richtig Spaß gemacht, dem interessierten Publikum über unsere Seidenstraßen-Reise zu berichten. Auch die Rahmenbedingungen stimmten im Dixiebahnhof. Wir fanden die besten technischen Voraussetzungen vor.

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Team des Dixiebahnhof (www.dixiebahnhof.de) für die perfekte Vorbereitung und ausgezeichnete Betreuung. 

Wenn nun jemand Lust auf unsere Multimediaschau bekommen hat, kann sie oder er sich gerne an uns wenden. Wir würden dann gemeinsam nach einem geeigneten Veranstaltungsort und einem passenden Termin suchen.

Wir wünschen allen unseren treuen Lesern eine fröhliche und stressfreie Vorweihnachtszeit.   

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Multimediaschau Seidenstraße erstmals in Dresden

Zum ersten Mal zeigen wir die Multimediaschau über unsere Reise in die Mongolei und nach Zentralasien in Dresden. Da es nur eine einzige Vorstellung gibt, die Platzkapazität begrenzt ist und der Vorverkauf schon sehr gut angelaufen ist, rate ich allen Interessenten, sich rechtzeitig Karten zu besorgen.

Also, nicht vergessen:

Mittwoch, den 25. Oktober 2017, Beginn 20 Uhr
Dixiebahnhof Weixdorf, Platz des Friedens 3, 01108 Dresden

Wir freuen uns auf Euch!

Hier noch einmal die kurze Inhaltsangabe:

Ein halbes Jahr lang reisten Jutta und Wolfgang Richter mit ihrem Buschtaxi, einem Toyota Land Cruiser, durch Sibirien bis an den Baikalsee, durchquerten die Mongolei, überwanden Hochgebirgspässe im Pamirgebirge in Tadschikistan und bestaunten die sagenumwobenen uralten Städte entlang der Seidenstraße.

In einer Multimedia-Schau zeigen sie faszinierende Bilder und beeindruckende Videos von dieser abenteuerlichen Reise und schildern im Live-Kommentar so manch spannende Begegnung mit Einheimischen, aber auch ihre Eindrücke und Emotionen.





Dienstag, 10. Oktober 2017

Ein paar Zahlen zu unserer Ostsee-Umrundung

Da wir immer wieder nach Zahlen gefragt werden (wie viel kostet so eine Reise, wie viel Kraftstoff braucht man, wie viele Kilometer seid ihr gefahren usw. usf.), gebe ich hier für alle Interessenten ein paar Zahlen preis:
  • Wir starteten am 2. Juni 2017 und kamen 91 Tage später, nämlich am 31. August 2017 wieder zu Hause an.
  • 71 Fahrtage, 20 Ruhetage
  • Insgesamt legten wir 12987 Kilometer zurück.
  • Somit ergibt sich ein Durchschnitt von 182,9 km pro Fahrtag
  • Außer Deutschland besuchten wir sieben Länder, nämlich Polen, Litauen, Lettland, Estland, Russland, Norwegen und Schweden. Lediglich bei der Ein- und Ausreise nach bzw. aus Russland gab es Grenzkontrollen. Für die Einreise nach Russland benötigten wir 13,5 Stunden, für die Ausreise lediglich eine Stunde (!). Wer von Estland nach Russland einreisen will, sollte sich unbedingt vorher online eine Reservierung für den Grenzübergang besorgen (www.estonianborder.eu), um die langen Wartezeiten zu vermeiden. Noch besser wäre, den Grenzübergang Narva ganz zu meiden.
  • 22 mal steuerten wir Tankstellen an und tankten insgesamt 1652,4 Liter Diesel. Damit ergab sich ein Durchschnittsverbrauch von nur noch 12,7 l/100 km. Einerseits erstaunlich, da der bisherige Durchschnitt kaum mal unter 14 l/100 km lag, andererseits gar nicht so verwunderlich, da wir speziell in Norwegen fast immer recht gemütlich unterwegs waren und kaum mal schneller als 80 km/h fuhren.
  • Den günstigsten Diesel tankten wir in Russland (0,60 €/Liter), am teuersten war der Diesel in Norwegen (1,61 €/Liter).
  • Den östlichsten Punkt unserer Reise erreichten wir auf der Halbinsel Kola am Nordufer des Weißen Meeres bei 34°42'51,4“. Der nördlichste Punkt lag in der Nähe des Nordkaps bei 71°9'49,2“. Südlichster und westlichster Punkt fallen zusammen, nämlich bei uns zu Hause.
  • Bleibt die Frage, was so eine Reise kostet. Wir haben in den drei Monaten mit allem Drum und Dran, also Lebensmittel, Diesel, Eintrittsgelder, Visagebühren usw. usf. 3700 Euro verbraucht. Knapp die Hälfte davon entfällt auf den Treibstoff, nämlich rund 1740 Euro. In diese Rechnung sind nicht eingeflossen die Kfz-Steuer und Versicherung für den Gecko sowie die Einsparungen durch nicht verbrauchten Strom, Wasser, abgemeldete Zeitung, abgemeldete Autos usw.

Ich hoffe, damit Eure Neugier einigermaßen befriedigt zu haben. Wer Fragen hat, kann sich gerne per Mail oder Telefon an uns wenden


Zum Schluss möchte ich mich ganz herzlich bei allen Leserinnen und Lesern bedanken, die unsere Reise(n) in diesem Blog verfolgt haben. Ich würde mich freuen, wenn Ihr auch weiterhin dabei seid.

Petershof bei St. Petersburg
in St, Petersburg
auf der Insel Kishi im Ladogasee
am nördlichen Wendekreis
der Hafen von Murmansk
Rentiere auf der norwegischen Halbinsel Varanger
am Nordkap
auf den Lofoten
immer noch Lofoten
Svartisen-Gletscher
Trollstigen

Geiranger-Fjord
auf der schwedischen Insel Öland

Sonntag, 17. September 2017

Von Öland nach Sassnitz und nach Hause

Donnerstag, 17. August 2017

Weil uns der Platz so gut gefiel, blieben wir gleich noch einen Tag hier stehen. Niemand hetzt uns, keine Termine. Von wegen „Rentner haben niemals Zeit“, Wir haben alle Zeit der Welt und genießen sie.


Freitag, 18. August 2017

Ein penetranter Geruch lag am Morgen in der Luft. Der nächtliche Regen hatte den unten am Ufer aufgehäuften Tang und die Algen durchweicht, und diese dunkelbraune Masse verströmte nun üblen Gestank. Grund genug, wieder weiterzuziehen.

Somit verabschiedeten wir uns auch von der Insel Öland. Über die sechs Kilometer lange und an der höchsten Stelle 42 m hohe Öland-Brücke gelangten wir zurück aufs Festland nach Kalmar. Von dort aus fuhren wir immer nahe der Küste nach Süden. Dabei hielten wir ständig Ausschau nach einem neuen Stellplatz. Schnell wurde uns klar, dass es hier an Südschwedens Küste sehr schwer werden wird, irgendwo wild campen zu können, da praktisch die gesamte Küste besiedelt ist.

Weit wollten wir heute sowieso nicht fahren, so dass wir zufrieden waren, schon nach 100 km Fahrt einen ruhigen Campingplatz gefunden zu haben.Offensichtlich ist die Hauptsaison schon fast beendet, denn nur noch wenige Gäste hielten sich im Björkenäs-Camping auf. Also gerade richtig für uns, wenn es schon ein Campingplatz sein muss. Die überfüllten Campingplätze oder Womo-Stellplätze, die wir bisher gesehen hatten, sind der pure Horror für uns. Hier hingegen verteilten sich die wenigen Womos, Caravans und Zelte im weitläufigen Gelände. Wir hätten uns sogar direkt ans Ostseeufer stellen können, doch zogen wir einen windgeschützten Platz weiter hinten im Gelände vor.

Seit ewigen Zeiten spielten wir wieder mal Minigolf. Allerdings bestand die Anlage aus nur acht Bahnen, die in ziemlich erbärmlichen Zustand vor sich hin gammelten. Drei Durchgänge spielten wir, wobei wir die achte und letzte Bahn nur in der letzten Runde nutzten, da sie heimtückischerweise die eingelochten Bälle verschluckte und nicht wieder hergab. Wer gewonnen hat? Der Bessere... ;-)

Der nachmittägliche starke Wind legtre sich am Abend, der Himmel klarte auf und das Sternenzelt einschließlich Milchstraße erstrahlte über uns.



Sonnabend, 19. August 2017

Nachdem es in der Nacht heftig regnete, verließen wir diesen schönen Campingplatz in westlicher Richtung. Im Nahen Karlskrona buchten wir dank nun wieder perfektem Mobilfunkempfang und damit auch schneller Internetverbindung die Tickets für die Fährüberfahrt von Trelleborg nach Sassnitz. Nun hatten wir also noch rund drei Tage Zeit bis Dienstag früh, die wir an Südschwedens Küste verbringen wollten.

Gemütlich rollten wir bei herrlichem Sonnenschein durch die wunderschöne Schärenlandschaft. Unzählige kleine Inseln liegen hier vor der Küste. Einige kann man über Brücken oder Dämme erreichen. Aber auch hier gab es erwartungsgemäß, wie schon am Vortag, keine Möglichkeit zum Wildcampen. Am Nachmittag sahen wir uns noch einige Campingplätze an der Küste an, aber sie schreckten uns alle ab.

Die rettende Idee war dann, einen CP etwas weiter im Landesinneren zu suchen. Das klappte dann auch gleich beim ersten Versuch. In der Nähe von Mörrum, einige Kilometer westlich von Karlshamn, steuerten wir Rosornas Camping an. Der Platz erstreckt sich am Nordufer eines wunderschön im Wald gelegenen langgestreckten Sees. Die Rezeption fanden wir ebenso wie die Sanitäranlagen verschlossen vor. Obwohl der Rasen frisch gemäht war, erweckte alles einen etwas verwahrlosten Eindruck. Die vielen Rosensträucher entlang der Einfahrt und im kleinen Biergarten müssten längst mal geschnitten und das hoch wuchernde Unkraut aus dem Biergarten entfernt werden. Auf einem Schild stand eine mehrfach übermalte Telefonnummer. Als ich diese wählte, bekam ich eine schwedische Bandansage zu hören, die ich natürlich nicht verstand. Ein gelbes Haus auf der anderen Straßenseite, wo man lt. Schild den Besitzer finden könnte, trafen wir ebenfalls verlassen an. Auch nach mehrmaligem Klopfen öffnete niemand. Eigenartigerweise standen jedoch drei Fahrräder vor der Tür.

Na gut, wir fuhren trotzdem auf den Platz. Irgendwann würde schon jemand kommen. Es kam aber lediglich ein weiterer Gast. Ein Franzose mit seiner Tochter, die vor der Hitze in Südfrankreich in die Heimat seiner finnischen Frau, die aber in Schweden aufwuchs, geflohen sind. (Was für ein internationaler Wirrwar!). Von den Besitzern weiterhin keine Spur.


Sonntag, 20. August 2017

Nach einer wundervoll ruhigen, sternenklaren Nacht tauchte nun doch noch die Besitzerin auf. Die Tochter eines eingewanderten Deutschen ließ sich auf keine Diskussion ein und beharrte auf dem Preis von 230 Kronen. Mein Argument, dass wir ja keine ihrer Einrichtungen benutzt hätten, ließ sie nicht gelten. Für uns war es lediglich ein Stellplatz. Sie aber meinte, sie hätte gar keine Stellpätze, also gäbe es auch keinen niedrigeren Preis. Duschen hätte dann noch mal 10 Kronen extra gekostet. Auf dem bezahlten wir lediglich 160 Kronen, und da befand sich alles in bester Ordnung (außer Minigolf). Hier beim Rosarnas CP bestätigte sich wieder mal eine Erfahrung, die wir schon einige Male machen mussten: Wenn die Website schlecht gemacht ist oder gar nicht erst funktioniert, ist es mit der betreffenden Einrichtung auch meistens nicht weit her.

Heute fuhren wir gar nur 73 km. 10 km südlich von Ahus erstreckt sich ein fünf Kilometer langer Sandstrand. Ungefähr in der Mitte befindet sich ein großer asphaltierter Parkplatz, auf dem Camping nicht verboten ist. Genau richtig für uns. Vom Parkplatz bis zum Strand sind es nur 300 m Fußweg. Weißer Sand erstreckt sich in beide Richtungen. Fast als Einzige liefen wir dem Wind entgegen. Für den Rückweg wählten wir den Weg hinter den Windschutz bietenden Dünen. Im lockeren Kiefernwald sahen wir auf Anhieb massenweise Pilze. Einige davon pflückten wir. Auf den ersten Blick sahen sie aus wie Steinpilze.Einer Eingebung folgenden kostete ich davon. Meine Ahnung täuschte mich leider nicht. Sie schmeckten bitter, Bitterlinge oder Bitterpilze also. Schade! Ein einziger davon kann eine gesamte Pilzmahlzeit verderben. Natürlich gab es auch noch andere gute Speisepilze, die wir aber stehen ließen, da wir weder Korb noch Beutel für den Transport dabei hatten.

Wir kamen gerade noch rechtzeitig bei unserem Gecko an, als auch schon die ersten Regentropfen fielen. Das wechselhafte Wetter der letzten Tage verdichtete sich nun auf wenige Stunden. D.h., Regenschauer und Sonnenschein wechselten sich im Halbstundentakt ab.







wilder Hopfen


Admiral


Haus eines Aalfischers


fast wie in den Tropen


Montag, 21. August 2017

Wir fuhren ganz entspannt in Richtung Trelleborg, wo morgen schon frühzeitig die Fähre nach Sassnitz auf uns warten wird. Per Navi-App hatten wir einen Womo-Stellplatz ganz in der Nähe des Fährhafens ausfindig gemacht. Da wir eigentlich immer während der Fahrt auch Ausschau nach möglichen Stellplätzen halten, bog ich kurz vor Trelleborg in Richtung Strand ab, da das Navi dort einen Sportplatz anzeigte. Und siehe da, ich wieder mal den richtigen Riecher. Der Sportplatz existierte nicht mehr. Stattdessen fanden wir einen großen, leeren Platz direkt hinter den flachen Dünen vor, bestens für eine Übernachtung geeignet und noch dazu kostenlos. Ein kurzer Spaziergang am Strand beendete unseren vorletzten Tag in Schweden.


Dienstag, 22. August 2017

Um 5 Uhr früh, also mitten in der Nacht sozusagen, riss uns der Wecker aus dem Schlaf. Nach einem kurzen Frühstück fuhren wir die wenigen Kilometer bis Trelleborg.

Die riesige Fähre wartete schon auf uns. Ohne Probleme checkten wir mit unseren online gebuchten Tickets ein, um kurz darauf mit unserem Gecko im unglaublich großen Bauch der Fähre zu verschwinden. 1989 wurde das 171,5 m lange Schiff gebaut. Damals diente es als Eisenbahnfähre, heute befördert es wohl nur noch Passagiere und Autos.


im Bauch der Fähre

Pünktlich um 7:45 Uhr verließ die Fähre den Hafen von Trelleborg. Knapp vier Stunden später zogen nach einer sehr ruhigen Überfahrt die weißen Kreidefelsen der Rügener Küste an uns vorüber. Um 12 Uhr rollten im Hafen von Sassnitz auf Rügen nach fast drei Monaten wieder auf deutschen Boden.

bye bye Schweden


nix für uns - ein Aida-Kreuzfahrtschiff begegnet uns

Kreidefelsen auf Rügen

Als wir in einem Supermarkt einkauften, empfanden wir es im ersten Moment richtig eigenartig,dass wir plötzlich alles verstanden, was die Leute um uns herum so sagten. Klar, nach einem Vierteljahr im ausland war das kein Wunder.

Dass wir auf Rügen nicht wild campen können, wussten wir. Deshalb fuhren wir gleich nach Zingst auf dem Darß, wo ich einen Schulfreund besuchen wollte. Nach kurzer Suche fanden wir in der Ortsmitte sein hübsches Cafe. Leider hatte er keine Zeit für mich, so dass wir uns für den nächsten Tag verabredeten.

Am Strandübergang 6 fanden wir einen Womo-Stellplatz. 15 € plus 2,80 € pro Person für eine Nacht fanden wir bei den miserablen -sanitäranlagen schon heftig. Auf einem Campingplatz hätten wir allerdings doppelt so viel bezahlt.

Wir liefen höchstens 200 m bis zum herrlichen Sandstrand, der hauptsächlich von Kite-Surfern bevölkert wurde. Der Wind blies ordentlich, so dass die Surfer nur so übers Wasser fegten. Lange schauten wir ihnen ein bisschen neidisch zu.


Mittwoch, 23. August 2017

Am Morgen lief ich die knapp zwei Kilometer bis zum Cafe und staunte dabei über die vielen schönen, stilvollen Häuser. Hier sah man, dass reichlich Geld vorhanden ist. Fast drei Stunden quatschte ich dann mit Lutz über alte Zeiten und wie es uns in den vergangenen Jahren so ergangen ist. Die Zeit verging wie im Fluge.

Wieder zurück auf dem Stellplatz packten wir zusammen und suchten uns einen ruhigeren Platz, den wir in Neuendorf-Saal auf einem Womo-Stellplatz direkt am kleinen Hafen fanden. Hier gefiel es uns entschieden besser als in Zingst. Bei einem Abendspaziergang konnten wir einige Kraniche beobachten, die in typischer Keilformation am rosafarbenen Abendhimmel über uns hinwegflogen. Ein wunderschöner Anblick!



Donnerstag, 24. August 2017

Wir besuchten die Insel Usedom, wo ich zu DDR-Zeiten einige Male zum Campen war (damals sagte man noch Zelten dazu und man ging auf einen Zeltplatz). Wiedererkannt habe ich eigentlich kaum etwas, weder in Karlshagen noch in Trassenheide, da sich zu viel verändert hat. Die Campingplätze dieser beiden Orte sind derart dicht belegt, dass wir uns dort keinesfalls wohl fühlen würden. In Zinnowitz herrschte der in den Badeorten üblich Touristenrummel mit den wohl dazu gehörenden gepfefferten Preisen. Ein Fischbrötchen kostete dort zwischen drei und vier Euro (vor 40 Jahren bekam man es für 25 Ost-Pfennige, und das waren noch richtige Brötchen und nicht solch pappigen Dinger wie jetzt!).

Im Naturcamping Lütow buchten wir einen Stellplatz, für den wir 31,40 € blechen mussten. Immerhin fanden wir sehr ordentliche und saubere Toiletten und Duschen vor. Obwohl es hier längst nicht so eng zuging wie auf den meisten anderen Campingplätzen, würden wir hier nie Urlaub machen wollen. Aber für eine Nacht ist es schon ok.

Strand von Zinnowitz


Freitag/Sonnabend, 25./26. August 2017

Nur 50 km betrug heute unsere Fahrstrecke. Wusterhusen in der Nähe von Greifswald war unser Ziel. Dort besitzt meine Cousine ein fast 11000 Quadratmeter großes Grundstück, wo wir sie und ihren Lebensgefährten besuchten. Einige Jahre hatten wir uns nicht mehr gesehen. So gab es natürlich viel zu erzählen.

Sie zeigten uns das nur drei Kilometer entfernte Seebad Lubmin, wo es (noch) wesentlich ruhiger zugeht als in den größeren Ostseebädern. Abends wurde gegrillt. Die Zeit flog nur so dahin. An beiden Abenden saßen wir bis nach Mitternacht zusammen. Am zweiten Abend loderte das Feuer im offenen Kamin, Bier und Bacardi liefen...


Sonntag, 27. August 2017

Nach herzlichem Abschied ging es in Richtung Süden. Nach einigen vergeblichen Versuchen, irgendwo einen Platz zum Wildcampen zu finden, landeten wir auf dem CP Triangel bei Niederfinow, der direkt am Finowkanal liegt.




Montag, 28. August 2017

Natürlich besuchten wir das Schiffshebewerk, wo wir eine Überraschung erlebten. 1956 war ich zum ersten Mal hier, als ich in Zerpenschleuse drei Wochen im Kinderferienlager verbrachte. Irgendwann Ende der 80er Jahresah ich es noch ein- oder zweimal, als die Pneumant-Rallyehier entlang führte. Ich hatte also schon eine klare Vorstellung bzw. Erinnerung, wie dieses großartige Bauwerk aussieht. Was ich aber nicht wusste, war, dass direkt daneben ein neues modernes Schiffshebewerk entsteht und auch schon fast fertiggestellt ist.

Wir hatten Glück, dass das Hebewerk in Betrieb war. Wir konnten zusehen, wie sich der riesige Bottich herabsenkte, drei kleine Boote heraus- und ein großer Lastkahn wieder hineinfuhr, um dann 36 Meter in die Höhe gehoben zu werden. Das Verblüffende dabei ist, dass dafür nur vier Elektromotoren mit jeweils 55 kW benötigt werden. Ein technisches Wunderwerk, das schon 1934 seinen Betrieb aufnahm.

Es folgte eine langweilige Autobahnfahrt, bis wir endlich am frühen Nachmittag auf dem Grundstück unseres Sohnes in der Nähe von Zwickau eintrafen.

An den beiden nächsten Tagen besuchten wir Freunde in Chemnitz.

das neue Schiffshebewerk


Donnerstag, 31. August 2017

Am frühen Nachmittag kamen wir zu Hause an.


Eine Zusammenfassung und Nachbetrachtung folgt in den nächsten Tagen.



Donnerstag, 17. August 2017

Von Östergötland auf die Insel Öland

Freitag, 11. August 2017

Welch herrliche Ruhe herrschte an diesem Platz! Kein Verkehrslärm, kein Geschrei verzogener Gören, nur die Geräusche der Natur. Ein wunderbarer, sonniger Morgen begrüßte uns.

Bis zu der kleinen Fähre, die uns zur Insel Torpön im Sommensee bringen sollte, brauchten wir nur wenige Minuten. Vor über 20 Jahren verbrachten wir zwei Mal unseren Urlaub auf Torpön in einem gemieteten Häuschen. Ohne Schwierigkeiten fand ich es wieder. Viel hat sich seither nicht verändert. Zufällig war der Sohn des Besitzers anwesend, mit dem wir uns nett unterhielten. Voller Stolz zeigte er uns das an der Stelle der alten Sauna neu errichteten Badehaus, ebenfalls mit Sauna und sogar kleinem Pool. Auch das Bootshaus stand noch so wie damals. Sogar das Ruderboot, mit dem wir damals über den See geschippert sind, lag noch am selben Steg.

vor über 20 Jahren unser Ferienhäuschen

Wir verließen die Insel wieder und fuhren auf der 131 und später auf der 134 bis Eksjö. Bei diesem herrlichen Wetter wollten wir nicht den ganzen Tag im Auto verbringen. Also suchten wir uns beizeiten einen Stellplatz. Zehn Kilometer südlich von Eksjö stellten wir uns auf einen schön angelegten Badeplatz an einem See. Später kamen noch einige Einheimische dazu. Die Kinder badeten ohne Scheu in dem nicht allzu warmen Wasser. Wenn ich da so an unsere Enkelkinder denke...

Am Abend gesellte sich ein älteres Pärchen (sie 77, er 74 Jahre) mit einem Womo zu uns. Sie luden uns sogar zu einer Flasche wirklich guten französischen Rotwein ein. Als Gegenleistung wollten sie von uns möglichst viel über unsere Mongoleireise vor zwei Jahren erfahren. Wir plauderten den ganzen Abend sehr nett miteinander und genossen den edlen Tropfen.

Standort: N 57° 34' 02.6“ E 15° 00' 25.4“
gefahrene Strecke: 95 km



Sonnabend, 12. August 2017

Nach einer wiederum wundervoll ruhigen Nacht weckten uns die trompetenden Rufe der Kraniche, die sich auf einer nahen Wiese wohl ihr Frühstück suchten. Kaum standen wir draußen, als ein einzelner Schwan dicht an uns vorüber und dann über den See flog. Natur pur eben! Mutter Natur ließ uns dann allerdings auch schnell zusammenpacken, denn sie bedachte uns mit ordentlich Regen.

Auf der 31 erreichten wir gegen Mittag den kleinen Maleras. Dort besuchten wir die Glashütte. Hier kauften wir damals einige sehr schöne Kristallskulpturen. Ich liebäugelte nun mit der Skulptur eines Wolfes, das ich schon vorher im Internet gesehen hatte. Im Original gefiel es mir dann allerdings gar nicht mehr so toll. Als ich dann noch den Preis sah, verging mir die Kauflust endgültig.

Unser nächstes Ziel war die Insel Öland. Bis Nybro nahmen wir die 31, danach die 25 bis Kalmar und schließlich die 137 hinüber auf die Insel. Natürlich fuhren wir über die mehr als 6 km lange Brücke ,die den Kalmarsund in kühnem Bogen überspannt und Öland mit dem Festland verbindet. In einem Touristencenter versorgten wir uns mit Infomaterial über die Insel und gingen danach in nördlicher Richtung auf Stellplatzsuche. Bis Borgholm nutzten wir die 136. Danach fuhren wir auf Sandwegen direkt an der Küste entlang. An einigen Stellen hätten wir schon bleiben können, da aber ein kräftiger Wind vom Festland her wehte und kein Baum oder Strauch Windschutz bot, versuchten wir es auf der Ostseite der Insel.

Und siehe da, gleich im ersten Anlauf fanden wir einen idealen Platz. Breite Wacholderbüsche boten ausreichend Schutz vor der steifen Brise. Wir hatten frei Sicht auf die Ostsee, deren Sandstrand nur 100 m entfernt vor uns lag. Wir wunderten uns, dass niemand weiter hier stand. Lag es vielleicht an den getrockneten Kuhfladen, die die Wiese zierten? Sehr zufrieden mit unserer Platzwahl konnten wir beruhigt schlafen gehen.

Standort: N 57° 06' 53.3“ E 17° 00' 07.0“
gefahrene Strecke: 231 km


Sonntag, 13. August 2017

In der Nacht wachte ich auf, weil irgendetwas nicht stimmte. Nur was? Gespannt lauschte ich in die stockdunkle Nacht. Da war es wieder. Das Auto schaukelte, und zwar heftig! Und gleich noch mal. Vom Wind war nichts mehr zu hören. Erdbeben? Dann ein Schnauben neben dem Gecko. Als gleich darauf das Geräusch hinzu kam, als würde Gras abgerupft, wusste ich, wer unsere Nachtruhe störte. Die Kühe stillten auch nachts ihren Hunger. Dass da plötzlich ein Auto im Wege stand, schien sie nicht im Geringsten zu stören. Wir konnten beruhigt weiter schlafen. Am Morgen sahen wir, dass die Tiere offensichtlich auch durstig waren, denn sie hatten den Tau vom Ersatzrad und den Scheiben geleckt.

Es folgte ein Ruhetag bei angenehmem Wetter. Einige Schweden kamen mit ihren Autos, hielten sich für ein paar Stunden am Strand auf und verschwanden wieder. Unsere Anwesenheit störte und interessierte niemanden.

Standort: N 57° 06' 53.3“ E 17° 00' 07.0“
gefahrene Strecke: 0 km


Montag, 14. August 2017

Weil die Wettervorschau einen sonnigen Tag prophezeite, verlängerten wir unsere Pause um einen weiteren Tag. Bei wolkenlosem Himmel lagen wir fast den ganzen Tag am Sandstrand und dösten in der Sonne. Nur das Wasser lockte nicht zum Baden. Nicht, weil es zu kalt gewesen wäre. Schwarzbraune Algen trieben darin auf der gesamten Länge des ansonsten schönen weißen Sandstrands. Na ja, man kann eben nicht alles haben. Trotzdem war es ein herrliche fauler Tag!

Standort: N 57° 06' 53.3“ E 17° 00' 07.0“
gefahrene Strecke: 0 km

Wacholderbüsche boten guten Windschutz



Blick auf Kälahamn



Dienstag, 15. August 2017

Nach fast drei Ruhetagen wollten wir weiter ziehen. Zunächst war die Nordspitze Ölands unser Ziel. Trollskogen, also Troll-Wald, nennt sich ein Waldgebiet auf einer Landzunge. Wir wanderten auf einem Pfad durch diesen Urwald. Rieseneichen breiteten ihre gewaltigen Kronen aus. Die Älteste schätzt man auf 900 Jahre! Ehrfurcht erfasste uns beim Anblick dieser uralten Lebewesen, die seit Jahrhunderten allen Stürmen und Wetterunbilden trotzen. Ehrfurcht und Respekt vor unserer Natur!

Rieseneichen

900 Jahre alt

Totholz - Lebensgrundlage vieler Insekten
Schiffswrack von 1906

An der äußersten Spitze der Landzunge wunderten wir uns über den verkrüppelten Wuchs der Kiefern. Ihre Stämme und Äste wachsen krumm und verbogen, bilden Kreise und Schlangenlinien, als würden sie sich vor Schmerzen krümmen und aller paar Monate ihre Wuchsrichtung ändern. Ursache dafür sind die Stürme, die hier direkt am Meer über sie hinweg fegen. Nun wussten wir auch, wie der Wald zu seinem Namen kam. Mit ein bisschen Fantasie kann man sich hier ganz gut vorstellen, wie Trolle und andere unheimliche Gestalten ihr Unwesen treiben.

Urwald

verkrüppelte Kiefern im Trollwald




wilde Äpfel
Grabhügel aus der Eisenzeit
Nach diesem Waldspaziergang besuchten wir noch den Leuchtturm, genannt „Langer Erik“, der für uns allerdings nicht die große Attraktion darstellte. Interessanter waren da schon die wild geformten Kalksteinfelsen an der Küste bei Byrums. 490 Millionen Jahre alt ist dieses Gestein. Damals lag dieses Gebiet jenseits des Äquators am Boden eines Meeres. Urzeitliche Lebewesen sanken nach ihrem Tod auf den Grund und bildeten dort dicke Schichten. Der Druck des Wassers verdichtete sie immer mehr, bis sie schließlich zu Kalkstein erstarrten. Dieser wurde und wird auch heute noch entlang der Küste abgebaut und verarbeitet. Bei Jordhamn besichtigten wir die einzige erhalten gebliebene Schleifmühle. Diese Windmühle mahlte kein Korn zu Mehl, sondern schliff die Kalksteinplatten glatt, die dann zum Bau von Fußböden u.a. verwendet wurden.

In Köpingsvik wollten wir wieder mal einen Campingplatz nutzen. Drei von ihnen sahen wir uns an, doch keiner gefiel uns. Dicht gedrängt standen die Womos eins neben dem anderen. Letztlich fanden wir in der Stadt einen öffentlichen Stellplatz. Für 100 Kronen , relativ rihig gelegen mit sauberen Toiletten, also alles ok.

Standort: N 56° 52' 45.2“ E 16° 43' 14.7“
gefahrene Strecke: 124 km

Leuchtturm "Langer Erik"
Kalkstein-Küste bei Byrums

alte Schleifmühle

mit Gras gedeckte Häuser neueren Datums

Mittwoch, 16. August 2017

Leichter Nieselregen ließ uns schnell zusammenpacken und losfahren. Nur wenige Kilometer weiter besuchten wir die gewaltige Ruine des Schlosses Borgholm. Für die Schweden stellt es wohl eine große Attraktion dar, für uns war es lediglich die Ruine eines 1806 abgebrannten großen Schlosses.

Ruine des Schlosses Borgholm


350 - 400 Windmühlen soll es auf Öland geben


in der Mühle

171 Jahre alt

Viel weiter unten im Süden der Insel, aber auch an der Westküste, sollte man lt. Öland-Broschüre in der Bucht von Eckelsude Seehunde und Robben beobachten können. Extra deswegen fuhren wir dorthin. Es endete leider mit einer Enttäuschung. Zuerst sahen wir sehr viele Schwäne und eine Menge anderer großer und kleiner Vögel auf dem Wasser. Diese haben hier ein bevorzugtes Brutgebiet. Mit dem Fernglas entdeckten wir dann tatsächlich noch zwei Seehunde oder Robben. Diese lagen allerdings weit draußen auf Felsbrocken im Meer, ca. 400 m entfernt von uns. Eine gute Beobachtungsmöglichkeit stelle ich mir allerdings schon etwas anders vor. Das bestätigte den Eindruck, den wir bisher schon von dieser Touristen-Broschüre gewonnen hatten. Darin wird auch die kleinste Kleinigkeit als große Attraktion beschrieben.

viele Gänse und andere Wasservögel

Seehunde oder Robben in weiter Ferne

besser geht es mit meinem Objektiv aus dieser Entfernung leider nicht

Als Entschädigung fanden wir wenig später einen wunderschönen Übernachtungsplatz. Ganz allein standen wir auf der etwas erhöhten Küste, sie Steilküste zu nennen, wäre etwas übertrieben, ca. 4 km nördlich von Mörbylanga. Bei totaler Ruhe konnten wir einen traumhaft schönen Sonnenuntergang genießen.

Standort: N 56° 33' 06.3“ E 16° 23' 30.2“
gefahrene Strecke: 78 km

unter unserem Stellplatz die "Kellerwohnungen" der Schwalben