Winter in Frankreich
Drei Tage später erreichten wir El Perello, wo wir vor zwei Jahren auch schon mal standen. Was für ein Unterschied zu den drei Tagen vorher! Wir genossen bei 22 Grad den herrlichen Sonnenschein.
El Perello
Kurze Rast bei einer kleinen Wanderung
Weiter ging es ins Ebrodelta, wo wir an einem viele Kilometer langen und sicher 200 Meter breitem Sandstrand (Trabucador) fast völlig alleine gewandert sind und in der Sonne gebraten haben. Übernachten ist dort nicht gestattet, so dass wir uns im nächsten Ort Els Mutells einen ruhigen Ort für die Nacht suchten.
Kilometerlanger menschenleerer Strand im Ebrodelta
Wir wussten bisher noch nicht, dass das Ebrodelta zum großen Teil für den Reisanbau genutzt wird.
Riesige Reisfelder im Ebrodelta
Gut 80 Kilometer weiter südlich trafen wir in der Nähe von Torrenostra auf einem weitläufigen Gelände ein, wo wir auch schon vor zwei Jahren einige Tage verbrachten. Diesmal standen allerdings doch wesentlich mehr Wohn- bzw. Reisemobile hier. Offensichtlich hat es sich inzwischen herumgesprochen, dass man hier sehr gut und kostenlos stehen kann.
Schon gleich bei Ankunft wunderten wir uns, wie der Strand aussieht. Unmengen von Holz, Bambus und natürlich auch Müll wurden angespült. Das sind die Auswirkungen der heftigen Unwetter, die diese Gegend bis weit südlich von Valenzia heimgesucht hatten. All diese angespülten Sachen waren von den Wassermassen ins Meer gespült worden, von dem sie im Laufe der Zeit wieder ans Ufer gespült wurde. Und das nicht nur hier, sondern auf einer Länge von vielleicht 200 Kilometern, wie wir später erfuhren.
Der Ort Torrenostra besteht fast ausschließlich aus hässlichen Betonklötzern, die in der Saison als Hotels dienen. Darin möchte ich nicht geschenkt Urlaub machen. Unsere Spaziergänge in der näheren Umgebung führen uns natürlich auch wieder zu den verwilderten Plantagen, wo wir reichlich Limetten ernten. Mit ihrem Saft veredeln wir unsere Getränke.
Stellplatz bei Torrenostra
Sonne genießen
 Angespültes Strandgut
Bambus
Artischockenpflanzung
Torrenostra wirkt außerhalb der Saison wie ausgestorben
Limetten in einer verwilderten Plantage
Nach fünf Tagen zog es uns dann doch weiter. Bis zum Sitjar-Stausee mussten wir nur reichlich 70 Kilometer fahren, und schon standen wir fast auf dem gleichen Fleck wie vor zwei Jahren schon. Der Stausee war im letzten Jahr fast völlig ausgetrocknet, so dass Wanderer quer hindurch laufen konnten. Zum Glück haben die heftigen Regenfälle vor einigen Wochen auch diesen See wieder ganz gut gefüllt. Bis zum Höchststand fehlt aber immer noch eine ganze Menge.
Nach weiteren fünf Tagen, angefüllt mit Wandern, Mandarinen und Orangen pflücken, Lesen und auch mal Faulenzen zog es uns wieder ans Meer. Vor allem auch wegen einer Sturmwarnung, die einen Orkan ankündigte. An der Küste sollte der Sturm nicht gar so heftig blasen.
Völlig allein am Sitjar-Stausee
Orangen und Mandarinen reifen in einer Plantage ganz in der Nähe
Die wollten unbedingt mit uns gehen ;-)
Wir übernachteten ausnahmsweise mal auf einem Bezahlplatz in der Stadt Castello de la Plana, da unserer Bordbatterie etwas schwächelte und kräftig aufgeladen werden wollte. Ein kleiner, hübscher Park direkt neben dem Stellplatz und eine riesige Mall im Weihnachtsschmuck stellten die Highlights dar.
Parc de Menda in Castello
Mall Cinesa Salera
Nächste Station war ganz in der Nähe von El Brosquil. Der Ort mit seinen riesigen Hotelbauten wirkte auf uns genau so trostlos und verlassen wie zuvor schon Torrenostra. Zum Glück fanden wir einen hübschen, ruhigen Stellplatz direkt hinter den Dünen. Auch hier, ca. 80 Kilometer südlich von Valencia, wo ja vor Wochen das Zentrum der schweren Unwetter lag, bedecken Unmengen Strandgut den Sandstrand. Es wird lange brauchen, bis das alles mal aufgeräumt ist (wenn überhaupt?). Immerhin hatten hier schon fleißige Menschen den ganzen angeschwemmten Plastikmüll auf Haufen zusammengetragen.
Strandgut ohne Ende

Im Hintergrund El Brosquil
Diesmal nicht ganz alleine auf einem Stellplatz
Die nächste Etappe führte uns 180 Kilometer weiter südlich in die Nähe von Santa Pola. Hier gab es sehr viele Möglichkeiten, frei in Strandnähe zu stehen. Den ersten richtigen Regentag auf dieser Reise, bisher lachte die Sonne wirklich an jedem Tag, ließen wir zum Faulenzertag geraten. Am nächsten Tag wanderten wir zum Clot de Galvany, einem kleinen Naturschutzgebiet. Zwei Teiche bieten vielen verschiedenen Wasservögeln Gelegenheit zum Nisten. Man kann sie von zwei Beobachtungsständen recht gut bei ihren Aktivitäten beobachten. Einige Schildkröten leben ebenfalls in den Gewässern. Der kleine Park gefiel uns sehr gut. Die Stadt selbst nutzten wir lediglich zum Einkaufen. Wir sind nun mal nicht so die "Städtegucker".
Stehmöglichkeiten ohne Ende
Strandwanderung
 Eingangsbereich des Clot de Galvany
Im Clot de Galvany
 Beobachtungsstand
Immer weiter nach Süden geht unsere Reise. Wir erreichen La Manga del Mar Menor. La Manga ist ein mehrere Kilometer schmaler Landstreifen mit einer Unmenge Hotels. In der Hochsaison drängeln sich hier über 350000 Urlauber. Wer's mag... Wir finden einen Platz am Ufer des Mar Menor und haben einen wunderbaren Panoramablick auf dieses Gewässer und die vielen Hotels am Horizont. Das Mar Menor ist das größte Binnengewässer mit Salzwasser in Europa. Außerdem weist es den höchsten Salzgehalt aller europäischen Binnenseen auf. Wir genießen die wunderbare Stille und die herrliche Sonne. Die Tageshöchsttemperaturen liegen immer noch bei angenehmen 18 Grad, wobei es in der Sonne doch wesentlich wärmer ist. Verschwindet die Sonne, kühlt es sich allerdings schnell ab. In der Nacht sinken die Temperaturen auf 6 bis 8 Grad.
 Stellplatz am Mar Menor
 La Manga mit den vielen Hotels
 Strandpromenade des kleinen Ortes Mar de Cristal
 La Manga am Abend
 Vollmondnacht über La Manga
Nach drei wunderschönen Tagen ziehen wir nur rund 40 Kilometer weiter auf einen offiziellen Camperpark in der Nähe von Cartagena (Camper Park Los Olivos). Das ist mal ein Stellplatz, den ich wirklich loben muss. Die einzelnen Plätze sind nicht so winzig, wie auf manch anderem Bezahlplatz. Man kann sich die Größe sogar aussuchen. Die reichlich vorhandenen, modernen sanitären Einrichtungen werden ständig sauber gehalten. Ver- und Entsorgung funktionieren vorbildlich. Selbst Frischwasser und WLAN sind im fairen Preis von 12 Euro für einen mittelgroßen Stellplatz inklusive. Da kann man wirklich nicht meckern.
Wir blieben sogar noch eine zweite Nacht, da wir eine kleine Wanderung machten. Auch die hatte sich gelohnt. Wir wanderten durch Mandelbaumplantagen. Einige nicht geerntete Mandeln konnten wir natürlich nicht an den Bäumen hängen lassen. Ein Baum zeigte sogar schon erste Blüten! In einem kleinen Dorf bestaunten wir ein restauriertes Wasserrad, aber noch mehr wunderten wir uns über die vielen grünen Papageien, die an einem Gebäude des Ethnografischen Museums nisten und ein mächtiges Geschrei veranstalten.
Im Camper Park Los Olivos
Die Rezeption mit etwas Weihnachtsschmuck
 Mandelbaumplantage
Restauriertes Wasserrad
 Zitronenbäumchen
Zurück ans Meer ein paar Kilometer südlich von Mazzaron suchen wir uns einen Platz direkt am Strand. Hier stehen wirklich viele Wohnmobile und ähnliche Gefährte. Es ist gar nicht so einfach, einen freien Stellplatz zu finden. Schließlich gelingt es uns doch. Dank unseres Allradantriebs können wir auf einen Platz fahren, auf den sich die normalen Womos wegen des relativ tiefen Sandes nicht trauen. Wir laufen einen knappen Kilometer bis zur südlich gelegenen Ziegenwiese. Dort versammeln sich noch mehr Womos, die meisten aus Deutschland. Manche überwintern hier sogar. Wir treffen den Weltenbummler Jonson, den wir vor zwei Jahren kennenlernten.
Am zweiten Tag, nämlich heute (19.12.2024) wanderten wir bis zur wunderschönen Schlangenbucht. Das war bis vor wenigen Monaten ebenfalls ein bei Womofahrern sehr beliebter Platz. Inzwischen ist Übernachten leider verboten. Wahrscheinlich haben es die Leute übertrieben mit ihrem Campingverhalten, und das ist dann eben die Konsequenz.
Stellplatz nördlich der Ziegenwiese
Schier unendliche Anbauflächen für Wein, Obst und Gemüse
Punta Negra
Schlangenbucht
Schwarze Felsen, deshalb Punta Negra
Die Welt umarmen 🤗
Wie lange wir hier bleiben, wissen wir noch nicht. Ebenso wenig, wie wir wissen, wo wir Weihnachten und Sylvester verbringen werden. Ihr könnt es im nächsten Blogbeitrag erfahren, wohin es uns verschlägt. Bleibt also schön neugierig!
Und nun wünschen wir Euch allen ein fröhliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr, das hoffentlich für alle nur Gutes bringt und vor allem friedlich bleibt!
Zum Schluss noch ein heißer Tipp. Das E-Book meines Buches "Gastgeschenke, Hilfestellungen und andere Merkwürdigkeiten" gibt es noch bis zum 31.12.2024 zum Sonderpreis von nur 4,99 Euro (statt 9,99)! Bitte bestellt am besten bei BoD! Wer sich also selbst oder einen seiner Lieben beschenken möchte, findet hier die Bezugsquellen: https://gecko-reisen.blogspot.com/p/bucher.html
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