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Mittwoch, 29. Juli 2015

Nach Kasachstan nun Kirgistan

24. Juli 2015 (Fortsetzung)

Es war schon fast Mittag, als wir Rubtsovsk in Richtung kasachischer Grenze verließen, nachdem ich den letzten Blogeintrag fertiggestellt hatte.

An der Grenze standen wir vor einer roten Ampel und wussten zunächst nicht, was zu tun ist. Binnen weniger Minuten sammelten sich hinter uns weitere fünf oder sechs Autos an. Plötzlich schaltete die Ampel auf Grün und ein Beamter winkte uns zu sich. Er schickte uns zuerst zur Passkontrolle, die völlig problemlos in einem klimatisierten Raum (was für eine Wohltat bei der Hitze draußen!) ablief. Anschließend musste Jutta sich in einem speziellen Bereich für Passagiere aufhalten, während ich am Auto vom Zollbeamten erwartet wurde.

Offenbar das einzige englische Wort, das er beherrschte, war „open“. Und das benutzte er gerne und oft. So durfte ich alle möglichen Schränke und Fächer öffnen. Neugierig schaute er da und dort hinein, nutzte dabei auch mal einen Spiegel, um in die letzte Ecke blicken zu können.

Als ich dachte, jetzt reicht es endlich, sollte ich auch noch die Dachbox öffnen. Was half's, ich musste auch noch aufs Dach hochklettern. Ich klappte den Deckel der Box auf, der Beamte stand unten und versuchte, per Spiegel den Inhalt der Box zu erkunden. Dabei sah er wohl nicht allzu viel und wollte nun wissen, wie er auch aufs Dach käme. Na wie wohl, er müsste genau so wie ich an der Seite über die Sandbleche nach oben klettern wie ich. Das war ihm dann wohl doch zu sportlich. Er stellte sich auf den Türschweller, brachte gerade mal so seine Nase über die Oberkante der Dachbox und sagte dann, na was wohl? Richtig: „open“. Er hatte den Karton erspäht, der die Gaskartuschen enthält.

Dann hatte er offensichtlich genug gesehen und verschwand ohne ein Wort. Ein zweiter Zöllner bestätigte mir dann per Kopfnicken, dass alles erledigt sei, Und schon fuhren wir ein kleines Stück bis ans Tor zu Kasachstan. Ein Uniformierter deutete auf ein nahegelegenes Gebäude, das die Passkontrolle beherbergte. Das war auch in Nullkommanix erledigt, also weiter zum Zoll. Der Gecko holperte über eine Baustelle. Der Zöllner sah das Auto, dann uns und unsere Pässe. „Ah, Germania, okay!“ Er lächelte, gab uns die Pässe zurück, und wir fuhren nach Kasachstan hinein. Keine 50 Minuten hatte die ganze Prozedur gedauert. Na bitte, geht doch...

Für uns stand von vornherein fest, dass wir Kasachstan nur als Transitland nutzen würden und geradewegs durchfahren würden. Schon wenige Kilometer nach der Grenze wussten wir, was kasachische Steppe bedeutet. Du stellst dich an einen beliebigen Punkt, drehst dich einmal um dich selbst und siehst außer dem perfekt waagerechten Trennstrich zwischen weißblauem Himmel und gelbbraunem Gras nichts anderes. Na klar, die Straße und das Auto. Ansonsten ist da wirklich bis zum Horizont einfach nichts. Einzig die Luft flimmert in der Hitze.

Regen über der Steppe
endlose Weite

Irgendwann tauchten erste flache Hügel auf und in gerader Reihe gepflanzte Bäume. Diese Baumreihen sollen offensichtlich den Boden und das wachsende Getreide vor Stürmen schützen. Riesige Felder, die sich bis zum Horizont dehnen, wie in Russland, beeindruckten uns. Und dann sahen wir das erste Feld mit blühenden Sonnenblumen. Einfach unglaublich, ein Meer von in der Nachmittagssonne leuchtenden gelben Sonnenblumen. Einfach wunderschön!

Auf einem Feldweg einen Kilometer neben der Fernstraße fanden wir unseren ersten Stellplatz in Kasachstan. Natürlich dauerte es auch hier keine Viertelstunde, bis der erste Lada vorbeituckerte. Ansonsten hatten wir jedoch unsere Ruhe. Was wir jedoch bis jetzt immer noch nichtgenau wissen: Was wird auf den Feldern in dieser Gegend angebaut? Es ist ein weiß blühendes, unscheinbares Kraut, ebenfalls auf Quadratkilometer großen Feldern. Vielleicht kann uns jemand darüber aufklären. Wir würden uns darüber freuen. Unsere Vermutung: Buchweizen.

Buchweizenfeld?


25. Juli 2015

Ein reiner Fahrtag, an dem wir 524 km auf mitunter sehr schlechter Straße schafften. Die Hitze machte uns ganz schön zu schaffen. Irgendwo unterwegs in einem kleinen Städtchen zeigte ein Thermometer 38 Grad. Im Auto sind es dann noch ein paar Grad mehr. Eine Klimaanlage wäre jetzt nicht schlecht...

Noch schlimmer aber sind die Straßen hier in Kasachstan. Mal lässt es sich ein paar Kilometer ganz gut fahren, doch dann setzen wieder diese verdammten Querrinnen ein. Aller acht oder zehn Meter verläuft eine ca. 40 cm breite und vielleicht drei oder vier Zentimeter tiefe Rinne über die gesamte Fahrbahnbreite. Du hast keine Chance auszuweichen, du musst durchfahren. Und jedesmal knallt es, Vorderachse, Hinterachse, bumm-bumm, bumm-bumm. Armes Kreuz, armes Genick.

relativ gute Straße
Immerhin wurde die Landschaft abwechslungsreicher mit Hügeln und Bergen. Kleine Highlights sind immer die Friedhöfe, die wie kleine Städte anmuten. Hier werden den Verstorbenen offensichtlich ganze Gebäude errichtet, die teilweise wie Pyramiden oder auch Moscheen anmuten.

muslimischer Friedhof

In einer kleinen Stadt zogen wir etwas Geld aus dem Bankomat und gingen anschließend im Supermarkt einkaufen. Das war lustig: Ein Supermarkt mit Bedienung wie in einem Tante-Emma-Laden. Mindestens 12 Verkäuferinnen bemühten sich bei Gluthitze um die Wünsche der Kunden. Als sie mitbekamen, dass wir aus Deutschland sind, ging dies rum wie ein Lauffeuer. Am liebsten hätten sie alle uns bedient. So nette (und hübsche!) Verkäuferinnen wünschen wir uns auch in Deutschland...

Einen Stellplatz fanden wir nahe der Straße, aber unsichtbar von da, neben einem Sonnenblumenfeld mit Blick auf schneebedeckte Gipfel. Was meint Ihr, wie nach so einem Tag das kühle Bier schmeckt.

die Landschaft wird abwechslungsreicher

prunkvolle Grabmale



26. Juli 2015

Wir fuhren bzw. quälten uns weiter über die kasachischen Straßen weiter in Richtung Almaty (Alma Ata). Hitze ohne Ende, aber das ist wohl derzeit zu Hause ganz ähnlich.


auf dem Weg nach Almaty; links Berge, rechts flache Steppe

In einer kleinen Stadt tankten wir wieder mal voll (100 Liter Diesel für umgerechnet ca. 46 Euro, da lacht das Portemonnaie). Ein Mann mittleren Alters sprach uns an und erzählte, dass seine Schwester in Deutschland lebt. Ich fragte ihn, ob er wüsste, wo wir in der Stadt Wasser für unseren Wassertank bekommen könnten (es ist mitunter recht schwierig, Wasserstellen zu finden). Er überlegte kurz und meinte dann, wir sollten ihm folgen. Zehn Minuten später standen wir auf dem Hof seines neu gebauten Hauses, ein Wasserschlauch steckte in unserem Wassertank. Weitere zehn Minuten später saßen wir im Keller des Hauses (da war es angenehm kühl und wohnlich eingerichtet) an einer großen, extra für uns gedeckten Tafel und die gesamte Großfamilie fand sich ein. Es gab Tee mit Milch (endlich mal etwas Warmes!), Gebäck, Tomatensalat, Trockenobst (Feigen, Rosinen, Äpfel,...), Brot, köstlichen Käse; es nahm kein Ende. Und irgendwie verstanden wir uns wieder mal prächtig. Wir waren gerührt, überwältigt... Wir erkundigten uns nach einer Wasserstelle, und dann das. Diese Gastfreundschaft überall, da können wir Deutschen uns ganz viele dicke Scheiben abschneiden... Zum Abschied beschenkten sie uns noch mit Tomaten und Äpfeln aus ihrem Garten. Das war wieder mal ein Höhepunkt unserer Reise.


unsere netten Gastgeber, deren Namen wir nicht mal wissen

Vielleicht 150 km vor Almaty wurde die Straße vierspurig. Ich kann es vorwegnehmen: die Baustelle reichte bis Almaty. Größtenteils war diese Autobahn nur zweispurig befahrbar, aber sie war wunderbar eben; eine Erholung für die Bandscheiben.

Am Kapchagay-Stausee suchten wir leider vergeblich nach einem Stellplatz. Kein Baum, kein Schatten, keine schöne Gegend. Obwohl uns die riesige Wasserfläche (der Stausee ist über 100 km lang) gereizt hat, zogen wir weiter. Was dann kam, verschlug uns die Sprache. Entlang der Straße standen mindestens zehn, vielleicht auch mehr, riesige Casinos. Protzige, manchmal kitschige Bauten locken mit großen Werbetafeln spielfreudige Kunden. Vielleicht soll das mal das Las Vegas von Kasachstan werden.

Je näher wir Almaty kamen, umso dicker wurden die Autos, die uns ständig überholten. Porsche Cayenne, Hummer, riesige SUV's, aber auch getunte Sportwagen donnerten an uns vorüber. Aber der gute, alte Lada ist auch noch in allen Varianten gut vertreten.

50 km vor Almaty, der ehemaligen Hauptstadt Kasachstans, fanden wir neben einem Melonenfeld einen ruhigen Stellplatz.


27. Juli 2015

Am frühen Morgen tuckert ein Lieferwagen neuerer Bauart heran. Der Fahrer erkundigt sich freundlich, woher wir kommen und wohin wir wollen. Später erklärt er uns, dass dies sein Melonenfeld sei. Wir sollten doch später, wenn wir weiterfahren, an seinem nächsten Feld vorbeikommen und ein paar Melonen mitnehmen. Und wir wollten heute früh eine Melone von seinem Feld klauen...

Natürlich fuhren wir zu seinem nächsten Feld, wo gerade die Ernte im Gange war. Vier riesige Melonen mussten wir mitnehmen, mit weniger hätte er uns nicht gehen lassen. Was, um Himmels Willen, sollen wir mit vier solch riesigen Melonen anfangen? Der Melonenbauer strahlte, und wir freuten uns über sein Geschenk. Was hätten wir uns geschämt, wenn wir bei ihm geklaut hätten...



reiche Ernte

Eigentlich wollten wir uns für Almaty einen Tag Zeit nehmen. Doch als wir dann mehr als eine Stunde im Verkehrschaos steckten und die Hitze allmählich unerträglich wurde, beschlossen wir, noch am gleichen Tag über die Grenze nach Kirgistan zu fahren. Es war unser vierter Tag in Kasachstan, spätestens am fünften hätten wir uns registrieren lassen müssen, was auch wieder eine zeitraubende Prozedur geworden wäre.


nicht nur im Vogelsbergkreis: Windräder in der Nähe von Almaty
in Almaty


gefiel uns schon in Russland: die verbleibenden Sekunden werden sowohl bei Rot als auch bei Grün angezeigt

Am späten Nachmittag bei nach wie vor glühender Hitze erreichten wir die Grenze. Es wäre sicher alles recht schnell erledigt gewesen, wenn wir nicht einen entscheidenden Fehler gemacht hätten. Ich nahm beide Pässe und ging damit zur Passkontrolle. Dort wurde mir klar, dass Jutta auch dabei sein müsste. Also wieder zurück zum Auto. Doch der Gecko war samt Jutta verschwunden. Während ich im Gebäude war, wurde das Tor geöffnet und Jutta war hineingefahren. Also gingen wir zusammen zur Passkontrolle. Menschenmassen stöhnten vor Hitze, der Schweiß lief in Strömen. Wir bekamen unsere Ausreisestempel und verließen das Gebäude. Und nun begann das Drama. Wir öffneten ein Türchen in einem Absperrgitter, um wieder zum Auto zu gelangen. Das hätten wir nicht tun dürfen. Recht barsch wies uns ein Uniformierter zurück. Ich als Fahrer durfte dann doch zum Auto, Jutta musste zurück hinter die Absperrung. Danach stand ich da wie ein Depp. Grenzbeamte fragen mich, was ich hier wolle, wollten irgendwelche Zolldokumente sehen, die ich nicht hatte, Aufregung auf beiden Seiten. Und dann war Jutta auch noch spurlos verschwunden.

Ich dachte, ich wäre im falschen Film. „Don't worry!“ meinte eine Beamtin, die immerhin englisch sprach. Wenn ich wenigstens gewusst hätte, was das Problem war. Ein weiterer Uniformierter kam hinzu, nahm freundlich meinen Pass und die Fahrzeugpapiere und verschwand. Und ich stand in der glühenden Sonne und suchte nach der versteckten Kamera... Als ich nachfragte, was denn das Problem wäre, wurde ich zunächst wie Luft behandelt. Ich war für die Grenzer überhaupt nicht mehr da. So was hatte ich noch nicht erlebt. Natürlich machte ich mir auch Sorgen um Jutta. Wahrscheinlich war sie schon längst in Kirgistan und wunderte sich, wo ich bleibe.

Wieder versuchte ich, bei der englisch sprechenden Dame Gehör zu finden. Sie erklärte mir dann, dass sie mich nicht ohne Auto ausreisen lassen könne. Wie bitte? „Dort drüben steht mein Auto, ich bin der Fahrer und stehe hier, also lasst mich doch einfach gehen! Wo ist das Problem?“ So langsam riss mir der Geduldsfaden. Sie merkte das auch, ging mit mir von einem zum nächsten Beamten, diskutierte mit denen und übergab mich schließlich an einen weiteren Uniformierten. Dieser lächelte und meinte, ich solle ihm folgen. Wir gingen auf die andere Seite, wo die Passkontrolle für Einreisende aus Kirgistan erfolgte. Dort wurde ich wieder fotografiert (wie jeder Einreisende), erhielt einen Einreisestempel und durfte dann wieder zurück zur Ausreisekontrolle. Der Beamte lächelte und sagte nur: „That's Kasachstan!“ Schließlich, nach einigem weiteren Hin und Her, durfte ich endlich Kasachstan verlassen. Was war die Ursache für den ganzen Ärger? Ich hätte nicht zur Passkontrolle für Passagiere gehen dürfen. Dadurch war ich schon ausgereist, das Auto aber noch nicht. Also musste ich erst wieder einreisen, um dann zusammen mit dem Auto wieder ausreisen zu dürfen. Hätte man das nicht einfach auf ein Schild schreiben können? Fahrer bleibt im Auto, Passagiere müssen zu Fuß zur Passkontrolle.

Auf der kirgisischen Seite war dann alles ganz einfach. Alles in allem dauerte der Grenzübertritt knapp drei Stunden, hielt sich also noch im Rahmen. Aber die Nerven...

Bis Bishkek, der kirgisischen Hauptstadt, waren es nur noch 12 km. Auch hier Verkehrschaos pur. Unmengen von Autos quälten sich durch die Stadt. Gerne hätten wir uns die Stadt etwas näher besehen, doch auch hier sagten wir: nix wie raus hier. Noch etwas Geld aus dem Bankomat geholt, und ab ging es Richtung Ysyk Köl, einem riesigen See.

Linkerhand ragten die Berge auf kasachischer Seite auf, rechts zeichneten sich im Abenddunst ebenfalls schneebedeckte Gipfel ab. Wir fuhren über eine breite Ebene zwischen diesen Gebirgszügen. Es dunkelte bereits, als wir endlich einen geeigneten Stellplatz fanden. Fix und fertig fielen wir bald in den Schlaf.


wieder mal neben einem Sonnenblumenfeld


28. Juli 2015

Die Sonne weckte uns wieder mal. Heute wollten wir nur noch bis zum See fahren und dann wieder mal ein bisschen ausspannen. Die letzten Tage waren doch ziemlich anstrengend.

Eine wunderbar ausgebaute Straße führte uns zwischen gewaltigen Bergen bis auf über 1600 m Höhe hinauf. Wenn in Kirgistan alle Straßen so gut sind, können wir uns freuen...


auf dem Weg zum Ysyk Köl

In einer kleinen Stadt kauften wir eine SIM-Karte, so dass wir auch wieder online gehen können. Ein Stellplatz direkt am See war auch schnell gefunden. Glücklicherweise ist es auch nicht mehr so heiß. Immerhin befinden wir uns auf über 1600 m Höhe. Die Sonne versteckt sich hinter dickem Dunst, die umliegenden Berge leider auch.

etwas enge Zufahrt zum See
Wir standen noch keine zehn Minuten, als ein junger Mann mit einer großen Flasche Bier kam, uns begrüßte, sich vorstellte und uns das Bier anbot. Während wir tranken, erzählte er, dass seine Schwester in Deutschland lebt. Hier hat scheinbar fast jeder Verwandte in Deutschland. Es war wieder eine nette, wenn auch kurze Begegnung.


am Ysyk Köl


Da wir nun wieder online sind, hatten wir auch wieder Kontakt zu unseren „ehemaligen“ Reisegefährten Reiner und Micha. Reiner bat mich, im Blog eine Autowerkstatt in Ulan Ude zu erwähnen. Dort konnte sein Auto fachgerecht repariert werden. Die Jungs in der Werkstatt waren sehr engagiert und arbeiteten bis in die Nacht. Wer also in der Nähe von Ulan Ude ein Problem mit seinem Auto hat, kann sich guten Gewissens an die Werkstatt „Jupiter“ wenden. Adresse: Borsojewa 105/6. Ich gebe diesen Tipp gerne weiter.

Morgen werden wir weiter den See erkunden und ein bisschen relaxen.


Visitenkarte der Werkstatt


Freitag, 24. Juli 2015

im Altai-Gebirge

16. Juli 2015

Als wir gestern Abend an die Grenze fuhren, gab es zunächst eine positive Überraschung. Die letzten knapp 20 Kilometer vor der Grenze, die sich wenige Tage vorher noch als üble Wellblechpiste präsentierten, waren glattgeschoben worden. An der Grenze reihten wir uns als 38. Fahrzeug in die Schlange der Wartenden ein. Wir unterhielten uns mit Belgiern, Russen, Franzosen, niemand wusste, wann genau die Grenze wieder geöffnet werden würde. Auf der Pole-Position, also ganz vorn in der Schlange, standen einige Russen mit ihren Expeditionsfahrzeugen. Irgendwie kamen wir ins Gespräch. Nach wenigen Sätzen schenkten sie uns vier selbst gefangene und selbst geräucherte Fische, die ganz hervorragend schmeckten.

Ein schwerer Sturm wütete inzwischen, so dass wir schon befürchteten, die Nacht in „unteren Etage“ des Gecko verbringen zu müssen. Doch der später einsetzende Regen besänftigte den Sturm, so dass wir das Dach doch noch hochklappen und normal schlafen konnten. Lediglich unsere klappbare Fußbank, die uns als Einstiegshilfe am Heck diente, war verschwunden. Wenn sie der Sturm weggeweht hätte, wäre sie irgendwo liegengeblieben. Wir vermuten, dass die Kinder, die den ganzen Abend um Essbares gebettelt hatten, Gefallen daran gefunden hatten.

Früh gegen halb acht kam Leben in die Warteschlange. Da und dort versuchten Einige, sich mit ihren Autos vorzudrängeln, was aber kaum von Erfolg gekrönt war. Immerhin verteidigte man seine Position zunächst verbal, aber es kam auch schon mal zu kleinen Handgemengen.

in der Warteschlange

kein Scherz, das ist wirklich ein Hotel

Ziemlich genau um zehn Uhr wurden dann die ersten Fahrzeuge abgefertigt. Gegen halb zwei waren wir dann an der Reihe. Natürlich gab es an den einzelnen Schaltern das übliche Gedrängel und Geschubse. Russen wie Mongolen nehmen sich da gar nichts. Jeder will überall der Erste sein, und das unter Einsatz der Ellenbogen, Knie usw. Dichtgedrängt steht man dann vor einem Schalter, von dem man aber nicht weiß, was dort verlangt wird. Den Ausdünstungen des Vordermanns und der Wodkafahne des Hintermanns ausgesetzt, beide natürlich auf Tuchfühlung (besonders angenehm bei über 30 Grad), übt man sich in Geduld.

Irgendwann ist das alles vorbei, und wir dürfen unbehelligt die Mongolei verlassen. Doch weit kommen wir nicht. Nach wenigen Kilometern Niemandsland reihen wir uns wieder in eine Warteschlange ein. Das Tor zu Russland ist verschlossen. Grund: Mittagspause. Klar, muss auch mal sein. Aber könnte man da nicht eine Ablösung schicken? Nach mehr als einer Stunde öffnet sich das Tor und wir rollen hinein nach Russland. Diesmal sogar fast 20 Kilometer, bis wir die eigentliche Grenzabfertigung erreichen. Und wen treffen wir da? Fast die gesamte Truppe, die wir an der mongolischen Grenze vor uns hatten. Das darf doch nicht wahr sein! Wie lange werden wir hier nun wieder zubringen?

Als wir dann doch Stück für Stück vorrückten und sahen, dass die Mongolen ihre schwer beladenen Fahrzeuge komplett ausladen mussten, ahnten wir schon Schlimmes. Doch es kam anders. Ein Zöllner wollte in verschiedene Schränke schauen, ließ sich noch dies und das erklären, und das war's schon. Dann Passkontrolle und Fahrzeugdokumente überprüfen, dann war der insgesamt achteinhalbstündige Grenzmarathon überstanden. Eins muss dabei unbedingt erwähnt werden: Die auf der russischen Seite arbeitenden jungen Uniformierten verhielten sich alle ausnehmend freundlich, höflich und hilfsbereit. Alles lief völlig korrekt ab. Wenn nur nicht alles so lange gedauert hätte. Doch das lag in erster Linie an den Mongolen...
Es war, als tauchten wir wieder ein in eine vertraute Welt. Normale Straßen, normale Häuser, es war fast wie nach Hause kommen.

Wir fuhren nur noch bis Kosh-Agach, suchten uns dort einen Stellplatz und fielen todmüde ins Nest.


17. Juli 2015

Am Morgen weckten uns Autos, die links und rechts von uns parkten. Wir hatten nicht bemerkt, dass wir uns auf den Parkplatz einer neu eröffneten Poliklinik gestellt hatten. Natürlich wurden wir bzw. unser Auto bestaunt und beguckt, doch alles lief recht freundlich ab.

Wir rollten weiter in Richtung Westen. Schon bald änderte sich die Landschaft. Herrschte bisher Braun- und Gelbtöne vor, gewann nun Grün immer mehr die Oberhand. Was für ein Anblick. Nach Wochen sahen wir die ersten Bäume, ja sogar schon ein kleines Lärchenwäldchen. Unglaublich, wie man sich plötzlich schon über so eine Kleinigkeit freuen kann. Die Berge des Altai rückten nun immer näher an die Straße heran und verengten das bisher sehr weite Tal. Parallel zum Fluss Chuya fuhren wir durch eine atemberaubend schöne Landschaft. Majestätische schneebedeckte Gipfel, der höchste misst 4173 Meter, grüßten zu uns herüber. Am liebsten hätten wir alle paar hundert Meter einen Fotostopp eingelegt.








Nachdem wir den kleinen Ort Aktash, der 2003 durch ein schweres Erdbeben stark zerstört worden war und danach Chibit passiert hatten, bot sich kurz nach dem Ort ein idyllischer Platz als Stellplatz für die Nacht an. Die weißgrauen Fluten des Flusses rauschten laut an uns vorüber. Sogar Brennholz für ein ordentliches Lagerfeuer fanden wir.

Es dauerte nicht lange, als uns ein Russe ganz nett ansprach und fragte, ob er sich zu uns gesellen dürfe. Yurij, der mit seinen beiden Töchtern (Palina, 13 und Anna, 8) in einem Chevrolet Niva unterwegs ist, baute mit den Mädchen sein Zelt auf, brachte noch mehr Brennholz heran und kümmerte sich dann um sein Abendessen.

Als es fertig zubereitet war, kam er zu uns herüber, erklärte, dass heute sein 51. Geburtstag sei und er uns einlädt, mit ihnen zu essen. Es wurde ein wunderbarer Abend. Er spricht ein bisschen deutsch, mein Russisch dazu, es passte einfach. Die Chemie stimmte. Man braucht nicht immer viele Worte, um sich zu verstehen.


da mussten wir zum Glück nicht drüber


18. Juli 2015

Wir schliefen bestens in der wunderbar klaren, frischen Luft. Zu fünft frühstückten wir und wunderten uns, welchen Aufwand Yurij beim Frühstück betrieb. Da wurde extra Suppe gekocht, Tee durfte nicht fehlen, es war von allem reichlich da.

Er bot uns an, uns den schönsten Platz im Altai zu zeigen. Da ließen wir uns natürlich nicht lange bitten. Wir ahnten nicht, worauf wir uns eingelassen hatten.





Nach einigen Fotostopps, an denen wir ohne Yurij mit Sicherheit vorbeigefahren wären, bogen wir auf eine Piste ab, die an einer Art Naturschutzgebiet endete. Zu Fuß ging es weiter bis zum Fluss Katun. Der Schweiß lief in Strömen, als wir über Stock und Stein zu den Stromschnellen hinunterkletterten. Wir staunten dabei immer wieder über die beiden Mädchen. Sie schienen solche Touren gewöhnt zu sein. Endlich unten am Fluss beeindruckten uns die Wassermassen, die über große Steine und Felsen hinwegschossen. Zu gerne hätte ich Raftern oder Kajakfahrern zugesehen, wie sie sich durch die Fluten kämpfen, doch leider...

die reißenden Fluten des Katun

Später kühlten wir uns in einem Bach ab, der in den Katun mündet. Und das wäre beinahe schlimm ausgegangen.Yurij ging noch einmal in eine etwas tiefere Stelle des Baches und paddelte dort etwas herum. Es sah aus, als würde er herumalbern, doch plötzlich rief Jutta: „Spring, hilf ihm!“ Palina hatte Jutta klar gemacht, dass ihr Vater nicht gut schwimmen kann.

Als ich endlich bei ihm war, war sein Kopf schon unter Wasser. Ich bekam ihn zu fassen und konnte ihn irgendwie wieder über Wasser hieven. Doch jetzt zog es auch mich mit in den Strudel hinein. Immer wieder versuchte ich, Yurij aus dem Wasser zu heben, doch er klammerte sich an mir fest, dass ich mich kaum noch bewegen konnte. Glücklicherweise sprang ein weiterer Russe vom Felsen ins Wasser, er kannte diesen Bach offensichtlich sehr gut, packte Yurij und beförderte ihn mit wenigen Schwimmstößen in ruhiges Wasser. Kurz danach konnte auch ich dorthin schwimmen.

Meine Güte, das hätte auch dumm ausgehen können. Wäre der Helfer nicht gekommen, ich glaube, alleine hätte ich Yurij nicht aus dem Strudel rausbekommen. Sichtlich geschockt, meinte er dann: „Ende gut, alles gut!“ Womit er absolut recht hatte.

Yurij in Schwierigkeiten

Danach fuhren wir nicht mehr sehr weit. Einige Kilometer auf einer fantastisch guten, neuen Straße durch die Berge, dann eine steile Piste hinab und wir erreichten einen wunderschönen Platz für die Nacht. Hier vereinigt sich das klare Wasser des Usur mit den trüben Fluten des Katun. Und wir thronen vielleicht 50 m über dieser Szenerie. Ein wunderschönes Fleckchen Erde.

Am Lagerfeuer erklärt uns Yurij, wieso es hier so eine herrliche Straße gibt. Wenige Kilometer weiter hat Herr Putin ein Gelände mit mehreren Gebäuden, wo er seine Freunde und Staatsmänner empfängt. Aha, alles klar.


Zusammenfluss von Usur und Katun
Mut und Geschicklichkeit sind hier gefragt





19. Juli 2015

Nächstes Ziel: Gorno-Altaysk. Dort bogen wir nach Osten ab in Richtung Teletskoyer See. Yurij meinte, 100 km gute Straße, danach noch 50 km schlechter Weg bis zum Telezker See.. Immerhin war es schon wieder Abend geworden. Ich rechnete, dass wir so gegen 22 Uhr ankommen würden. Die ersten 100 km bereiteten tatsächlich keine Probleme. Die Dämmerung brach herein, als wir auf einen breiten Waldweg abbogen. Und schon fuhren wir wieder Piste. Damit hatten wir in Russland nun nicht gerechnet. Das Schlimmste daran war der Staub, den Yurij mit seinem Auto aufwirbelte. Es wehte kein Wind, so dass der Staub wie eine Wand im Wald stand.

Inzwischen war es dunkel geworden, und wir quälten uns weiter über die Piste, bergauf, bergab. Erneut ein Abzweig, danach wurde der Weg noch schlechter. Über zwei Behelfsdämme balancierten wir, bis wir an eine Stelle kam, an der ein kleiner Fluss im Frühjahr den Rest eines Weges weggespült hatte. Für unseren Gecke wäre der Fluss kein Problem gewesen, doch Yurij traute es seinem Niva nicht zu. Also gut zehn Kilometer zurück. Er weiß noch einen anderen Weg.

Wo, um Himmels Willen, will der Bursche mitten in der Nacht noch hin? Mit maximal 40 km/h holperten wir durch die staubige Nacht. Dann, es war schon nach Mitternacht, versperrte nach einer langen, steilen Abfahrt ein Schlagbaum den Weg. Es war der Eingang zum Altai-Nationalpark. Yurij verhandelte mit dem Wachposten, dieser telefonierte und diskutierte, die Kennzeichen wurden aufgeschrieben, und dann öffnete sich tatsächlich die Schranke.

Es ging weiter steil bergab über Stock und Stein. Am ersten Haus hielten wir. Eine verschlafene Frau kam heraus. Wir bezogen im Hinterhaus Quartier. Zu fünft in einem Zimmer. Toilette 20 Meter weiter im Garten, natürlich Modell Zielloch mit Windspülung. Wasser zum Waschen noch ein paar Meter weiter unten am Bach. Im Haus herrschte ein undefinierbarer Geruch. Ich wollte die Fenster öffnen, doch nein, die sind alle fest eingebaut und lassen sich nicht öffnen. Uns war schließlich alles egal, wir wollten nur noch schlafen.


20. Juli 2015

Wir schliefen erstaunlich gut. Dann bewunderten wir erst mal unser Quartier: ein aus Baumstämmen gezimmertes Haus, abgedichtet mit Bauschaum. Dieser scheint inzwischen das liebste Baumaterial der Russen zu sein. Traditionell wären die Ritzen zwischen den Stämmen fest mit Moos ausgestopft worden. In der Küche stand ein gemauerter Ofen, den wir aber nicht benutzten. Die Wände zierten Tapeten mit riesigem Orchideenmuster, irgendwie an die Wand gepappt. Aber egal...

unser Quartier für zwei Nächte



Yurij hatte inzwischen eine Bootsfahrt auf dem „Kleinen Baikal“ organisiert. Bei wolkenverhangenem Himmel bretterte der Bootsbesitzer mit dem kleinen Metallboot mit Außenbordmotor über den See. Es krachte und polterte, dass wir dachten, das Boot müsste jeden Moment auseinanderbrechen. Die Wellen auf dem See waren gar nicht so sehr hoch, trotzdem hob es das Boot immer mal wieder aus dem Wasser. Allmählich gewöhnten wir uns daran und konnten die herrliche Aussicht genießen. Die blauen Berge schoben sich bis an die Ufer des Sees, der immerhin 74 km lang und 374 m tief ist. Wunderbar klares Wasser in Trinkwasserqualität lädt zum Baden ein. Wir fuhren kreuz und quer über den See, von einem Wasserfall zum nächsten, einer schöner als der andere.

der "Kleine Baikal"







Am Nachmittag wanderten wir ein Stück durch die Umgebung des Dörfchens Jaylo. Solche Blumenwiesen wie hier, wo Blumen in allen Farben blühen, gibt es bei uns nur noch sehr selten.



Wieder zurück in unserem Quartier wartete schon die Banja auf uns. Und Yurij hat wirklich Ahnung, wie das richtig gemacht wird und wie man sich richtig mit den Birkenzweigen schlägt. Leute, das bringt den Kreislauf so richtig in Schwung. Zwischendurch rannten wir schnell an den Bach runter, schmissen uns in die kalten Fluten, und dann schnell wieder zurück in die Banja. Das Ganze zwei Mal, danach fühlten wir uns wie neugeboren.

die Banja


21. Juli 2015

Unser heutiges Tagesziel lautete Barnaul, gut 400 km von hier entfernt. Die ganze Schotterpiste wieder zurück, doch bei Tageslicht sah man wenigstens noch etwas von der Umgebung. Wir erreichten wieder Gorno-Altaysk, von wo aus es auf der M52 über Biysk bis kurz vor Barnaul ging. Dort eröffnete uns Yurij, dass er durchstarten wolle und gleich bis nach Hause nach Kemerowo fahren wolle. Meine Güte, über 400 km lagen schon hinter uns und nun ungefähr die gleiche Distanz noch vor ihm. Wir wunderten uns immer wieder über seine beiden Töchter, wie die das alles durchhielten. Überhaupt waren wir von den beiden total begeistert. So lieb, so nett, hilfsbereit und noch dazu hübsch; Yurij kann wirklich stolz auf sie sein.

Er zeigte uns einen Platz im Wald, wo wir über Nacht stehen konnten. Wir aßen alle zusammen noch eine halbe Melone, dann kam ein sehr emotionaler Abschied. Man kann wirklich sagen, dass wir in den wenigen Tagen zu guten Freunden geworden sind. Die Chemie stimmte einfach.

Yurij, Palina (links) und Anna (rechts)


22. Juli 2015

Eine unruhige Nacht lag hinter uns. Jutta musste immer wieder raus, da sie sich mit einer Blasenentzündung herumplagt. Hoffentlich hilft das Antibiotikum, das sie ab heute früh einnimmt.

In Barnaul, eine Großstadt mit über 600000 Einwohner, wird überall gebaut. Ganze Stadtteile entstehen neu, alles sehr modern. Wir suchten und fanden schließlich das riesige Toyota-Center mit den ausmaßen einer großen Werkhalle. Die hübsche Dame an der Rezeption geleitete mich zu einem englisch sprechendem Mitarbeiter. Diesem erklärte ich kurz, dass unser Auto einfach nur mal komplett durchgecheckt werden soll. Kostenvoranschlag: 1800 Rubel, also rund 30 Euro. Arbeitsbeginn sofort. Unglaublich. So etwas wäre in Deutschland wohl kaum möglich.

Im Kunden-Aufenthaltsbereich mit Fernseher, Kinder-Spielecke, Internet-PC und kostenlosem Wasser harrten wir der Dinge, die da kommen sollten. Erfreulicher Anblick immer wieder zwischendurch: die Damen des Hauses, natürlich mit High heels.

Nach zwei Stunden teilte man mir mit, dass an drei Rädern die Radlager gewechselt werden sollten. Das dauerte dann zwar noch mal gut zwei Stunden (ein Radlager musste erst noch irgendwo in der Stadt besorgt werden), und dann stand unser Gecko frisch gewaschen vor uns. Alles in allem bezahlte ich 7037 Rubel (ca. 120 Euro). Das hätte ich in D wahrscheinlich alleine für die Wagenwäsche bezahlt, so verdreckt war das Auto. Mit guten Wünschen für unsere weitere Reise wurden wir freundlich verabschiedet.

Auf nach Kasachstan. Wir fuhren noch ein ganzes Stück in Richtung Süden und suchten uns dann ein ruhiges Plätzchen für die Nacht.

Toyota-Center in Barnaul
so sah der Gecko vor der Wäsche aus


23. Juli 2015

Das Antibiotikum schlägt an, Jutta fühlte sich schon etwas besser.

Von Bergen war inzwischen überhaupt nichts mehr zu sehen. Die Landschaft ist flach wie ein Tisch. Wir fuhren zwischen riesigen Getreidefeldern dahin, die nur durch angepflanzte Baumstreifen unterbrochen werden. Diese sollen vor den Stürmen schützen. Wir erfreuten uns allerdings wieder am strahlenden Sonnenschein. Die Straße befindet sich in perfektem Zustand, wenig Verkehr, es rollte gut dahin. Ab und zu staunen wir über Sonnenblumenfelder, die sich bis zum Horizont erstrecken. Stellenweise hat schon die Getreideernte begonnen.

Sonnenblumenfeld

Die Hitze macht uns ganz schön zu schaffen. Ein Thermometer irgendwo an einer Reklametafel zeigte 34 Grad.

Wir erreichten Rubtsovsk, eine üble, dreckige Stadt mit noch übleren Straßen. Etwas außerhalb fanden wir einen ruhigen Stellplatz. Abends begann ich, diesen Bericht zu schreiben. Eine Weile ging das gut, doch nach Einbruch der Dunkelheit kamen immer mehr winzig kleine Fliegen durch das Moskitonetz hindurch und nervten mich dermaßen, dass ich einfach abbrechen musste. Mücken kamen schließlich auch noch hinzu, es war nur noch nervtötend. Vor dem Schlafengehen noch mal Mückenjagd, und dann endlich pennen.


24. Juli 2015

Wir stehen auf einer staubigen Straße in dem schäbigen Rubtsovsk. Ich tippe meinen Bericht fertig und lade ihn dann gleich hoch (wieder mal perfektes Netz!).

Danach sind es noch knapp 30 km bis zur Grenze. Wir sind gespannt, wie dort die Abfertigung laufen wird. Kasachstan werden wir einfach nur als Transitland durchfahren. Ob ich von dort wieder berichten kann, wird sich zeigen. Werdet also bitte nicht ungeduldig, wenn es ein paar Tage länger dauert. Vielleicht kommt der nächste Bericht auch erst aus Kirgisien.


Bis dann...